Der VÖB hat im März erstmals eine Richtlinie über Leitwandsysteme aus Betonfertigteilen veröffentlicht. Die Aufstellung dieser Systeme unterliegt strengen Auflagen. Österreichische Hersteller von Betonleitwänden zählen zu „Hidden Champions“.

Leitwandsysteme aus Betonfertigteilen dienen der passiven Sicherheit im Straßenverkehr. Insbesondere im hochrangigen Straßennetz werden sie als sogenannte Fahrzeugrückhaltesysteme aufgestellt. Diese garantieren, dass der Verkehr ungehindert fließen kann und bei Unfällen ein Wechsel des Unfallfahrzeuges auf die Gegenfahrbahn verhindert wird. Gleichzeitig werden Betonleitwände auch am Fahrbahnrand aufgestellt, um ein mögliches Abdriften in Abhänge oder eine Kollision mit feststehenden Objekten abzuwenden.

Der Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke hat im März 2021 zum ersten Mal eine umfassende Richtlinie veröffentlicht, die die fachgerechte Planung, Ausführung und Errichtung von permanent und temporär eingesetzten Leitwänden aus Betonfertigteilen auf öffentlichen und privaten Straßen in Österreich gewährleisten soll. Betonleitwände unterliegen strengen Vorgaben und werden in der Regel im Rahmen von aufwendigen Crash-Tests auf Ihre Tauglichkeit und Einsatzfähigkeit geprüft. Diese strengen Vorgaben gewährleisten, dass etwa im Falle eines Unfalls das Durchbrechen des Sattelzuges mit 38 Tonnen und einer Geschwindigkeit von 65 km/h durch die Betonleitwand verhindert wird und dieser zugleich nicht umkippen kann. „Sämtliche Versuchstests bei Betonleitwänden werden mit realen Anprallgeschwindigkeiten und Fahrzeugen in definierten Fahrzeugkategorien durchgeführt. Im Falle eines bestandenen Tests, wird die getestete Aufstelllänge als Mindestaufstelllänge herangezogen“, erklärt Klaus Aichholzer von der Maba Fertigteilindustrie GmbH. Das Unternehmen ist auf die Produktion und Aufstellung von Fahrzeugrückhaltesystemen spezialisiert.

Keine Instandhaltung, einfacher Austausch

Leitwandsysteme aus Betonfertigteilen weisen zahlreiche Vorteile im Vergleich zu anderen Baumaterialien auf. Eine zusätzliche Instandhaltung ist nicht notwendig. Im Falle eines Aufpralls ist eine Reparatur direkt vor Ort möglich. Wenn jedoch ein Austausch des havarierten Fertigteils notwendig ist, kann dieser kurzfristig und ohne erheblichen Aufwand an Ort und Stelle durchgeführt werden.

Fahrzeugrückhaltesysteme sind insbesondere bei großräumigen Baustellen im Straßenverkehr gefragt. REBLOC und Maba haben in letzter Zeit in diesem Bereich einige herausragende Projekte umgesetzt. So wurde 2020 etwa auf der A2 Südautobahn der Abschnitt Graz-West – Lieboch begonnen und auf der S36 Murtalschnellstraße – Unterflurtrasse Unzmarkt werden Fahrzeugrückhaltesysteme aus Betonfertigteilen für sicheres Reisen sorgen. „Bei diesen Projekten mussten wir die Fahrzeugrückhaltesysteme teilweise in der Nacht aufstellen. Konkret haben wir gewährleistet, dass auch bei erschwerten Bedingungen alle Elemente fachgerecht und vor allem sicher montiert wurden“, so Aichholzer.

REBLOC hat im Jahr 2020 den ersten Abschnitt der Sanierung A1/S33 beim Knoten St. Pölten erfolgreich umgesetzt. „Anhand dieses Projektes hat man eindrucksvoll gesehen, dass unsere Produktpalette von effizienten temporären Systemen um eine sichere Abwicklung der Baustelle zu gewährleisten bis zum Hochleistungsprodukt H4b/W2 zur permanenten Absicherung von Überkopfwegweisern alle Anforderungen eines Autobahnbetreibers wie hier der Asfinag erfüllt,“ erläutert Vertriebsleiter der REBLOC GmbH Daniel Briedl. Das Projekt wird 2021 fortgesetzt bzw. abgeschlossen.

Leitwände auf dem A2-Abschnitt Graz-West – Lieboch. Foto: MABA
S36 Murtalschnellstraße – Unterflurtrasse Unzmarkt. Foto: MABA
Sanierung Knoten A1/S33 bei St. Pölten. Foto: REBLOC



Beitragsbild: MABA

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