Wir alle kennen das Bild von Gebäuden in unschönen Gerüsten, die kosten- und zeitintensiv von professionellen Restauratoren gereinigt werden. In vielen Fällen betrifft das historische Gebäude oder hochfrequentierte Plätze, deren optische Qualität maßgeblich darunter leidet. Um die unvermeidliche Verschmutzung in die Schranken zu weisen, bietet selbstreinigender Spezialbeton für Fassaden eine intelligente Alternative. 

 

Nicht nur alte Gemäuer sind von dem Problem der Verschmutzung betroffen. Abgase und Schmutzpartikel hinterlassen über die Jahrzehnte hinweg dunkle Verfärbungen auf Fassaden, unabhängig davon, aus welchem Baustoff sie bestehen. Die Baustoff-Industrie arbeitet seit einigen Jahren an der Behebung dieses Problems. Bisherige Technologien wie z.B. wasserabweisende Silikonanstriche erwiesen sich jedoch als extrem kostenintensiv und/oderverlieren trotzdem über die Zeit ihre Wirkung.

 Nanopartikel als Wundermittel

Das Lösungswort lautet aber: Titandioxid. Betone werden mit titanmodifiziertem Zement hergestellt, wodurch sich dieser nicht nur selbst von organischem Schmutz reinigt, sondern auch zur Reduzierung verkehrsbedingter Abgasemissionen beiträgt. Der Prozess der Photokatalyse wandelt die in Autoabgasen enthaltenen Stickoxide in umweltfreundlichere Stoffe um. Die Partikel können dann vom Regen unbedenklich abgewaschen und verteilt werden. Diese Art von Beton wird derzeit nur vereinzelt für Pflastersteine und Sichtbeton verwendet. Grundsätzlich kann aber jedes Betonprodukt mit dieser Eigenschaft produziert werden.

Beispiele für die Anwendung im großen, praktischen Einsatz  des Titandioxids in Zement, sind der ZOB (Zentral Omnibusbahnhof) Detmold, der „Padiglione Italia“ und die Kirche „Ciesa di Dio Padre Misericordioso“ in Rom. Letztere war der erste Betonbau bei dem Titandioxid-Zement zum Einsatz kam. Der Spezialzement „TX Active“ der bei dem Bau der Kirche in Rom eingesetzt wurde, beweist die weitere Qualität, die der Spezialzement besitzt: Die Luftqualität verbesserte sich im Umkreis der Kirche markant. Besonders der Abbau von Stickoxid konnte hier nachgewiesen werden.

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Wie neu! Schmutzabweisender Beton im Fassadenbau

 Spezialbeton zur Senkung der Luftverschmutzung

Experten gehen in ihren Messungen sogar davon aus, dass in Großstädten, in denen die Häuser mit dem Spezialbeton versehen werden würden, die Luftverschmutzung bis zu 50 Prozent gesenkt werden könnte. Auch im Straßenbau könnten neue Fahrbahndecken aus vorgefertigten Betonteilen oder Betonpflastersteinen zum Einsatz kommen und so zu einer saubereren Umwelt beitragen.

Derzeit kommt der Spezialbeton eher in Großprojekten von Baugiganten zum Einsatz. In Zukunft könnte jedoch auch der Einsatz durch den klassischen Häuslbauer angedacht werden. Denn auch beim Bau des Familienhauses ist es von Vorteil, dass vorausschauend an die Lebenszykluskosten des Eigenheims aber auch an das Zusammenwirken mit der Umwelt gedacht wird.

Schmutzabweisende Betonplatten schon jetzt im Privateinsatz

Eine andere Art des schmutzabweisenden Betons ist bereits in Gärten und auf Terrassen im Einsatz. Betonplatten sind ein langlebiger und beliebter Belag für den Außenbereich; eine neue Oberflächenbehandlung macht ihn dafür besonders geeignet: Mithilfe von Teflon werden die Betonplatten für den Außenbereich speziell beschichtet und imprägniert. Hier gibt es drei Stufen der Beschichtung. Die erste sorgt für Resistenz gegen Schmutz und Staub, bei der noch nachgereinigt werden muss. Die zweite bietet einen stärkeren Fleckenschutz, bei dem weniger häufig nachgereinigt werden muss. Die dritte Stufe ist so beschichtet, dass die Poren der Platten verschlossen werden und kein Schmutz mehr aufgenommen werden kann. Die Witterung sorgt hier für die natürliche Reinigung

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