Dass die österreichische Betonfertigteilindustrie innovationsgetrieben ist, zeigt aktuell das Unternehmen Mischek Systembau GmbH. Dort wurde Ende November ein Roboter zur automatisierten Verlegung von Aluverbundrohren bei Betonfertigteilen mit thermischer Bauteilaktivierung in Betrieb genommen. Damit wird der Vorfertigungsgrad von Bauteilen weiter erhöht, wodurch ein neuer Impuls für das urbane Bauen entsteht.

Seit 29. November 2021 ist in der Produktionshalle von Mischek in Gerasdorf bei Wien eine neue Roboteranlage im Einsatz, die zur automatisierten Verlegung von Aluverbundrohren bei Deckenelementen dient. Damit schreitet die hocheffiziente und robotisierte Vorfertigung von Bauteilen in Einzelmodulen voran, was positive Auswirkungen auf den Präzisionsgrad sowie die Produktionszeit von Betonfertigteilen hat. Nach einem Schalungsroboter und einer Mattenschweißanlage für die Herstellung von Bewehrungsmatten sind die Deckenelemente der dritte Bereich bei Mischek, der nun robotergestützt produziert wird.

Konkret kommt die robotergestützte Fertigung bei einem speziell von Mischek entwickelten Deckenelement mit integrierter thermischer Bauteilaktivierung zur Anwendung. „Dieser Roboter ist ein Einzelstück, das genau für die Produktionsbedingungen bei Mischek konstruiert und programmiert wurde – mit exakten Mengen, Taktzeiten und Daten aus dem Elementplan für das betreffende Deckenelement“, sagt Anton Glasmaier, technischer Bereichsleiter und Prokurist bei Mischek. „Konkret bedeutet das: Der Roboter biegt das Aluverbundrohr in die gezeichnete Form und legt es präzise an die vorgesehene Position in die Schalung des Fertigteils. Damit kann das Werk eine verbesserte Qualität und eine schnellere Lieferung des betreffenden Fertigteils bei Kostensicherheit gewährleisten“, so Glasmaier.

Die Produktionskapazität des Roboters beträgt rund 100.000 Quadratmeter im Jahr.

Ab dem ersten Tag beheizbar

Bis Ende 2021 werden rund 10.000 Quadratmeter Deckenelemente mit automatisiert verlegten Aluverbundrohren produziert, im nächsten Jahr erwartet Mischek die Produktion von rund 50.000 Quadratmetern dieses Fertigteil-Produkts. Die Produktionskapazität des Roboters beträgt gleichzeitig rund 100.000 Quadratmeter im Jahr.

Damit entstehen zahlreiche Vorteile in der Produktion von bauteilaktivierten Deckenelementen bei Mischek. „Durch den verstärkten Gitterträger konnten Materialeinsparungen bei der Unterstellung von bis zu einem Drittel erzielt werden. Dazu besitzt das Produkt auch eine höhere Betondicke“, betont Glasmaier. Das vorgefertigte Element wird zu einer funktionellen Einheit, inklusive werksseitig eingebrachtem Heiz- und Kühlregister, und kann so vom Werk direkt auf die Baustelle geliefert werden. Die einzelnen Elemente werden dort miteinander verbunden. Der fertiggestellte Rohbau ist außerdem ab dem ersten Tag beheizbar – die Bauteilaktivierung erlaubt Heizung und Kühlung durch dieselben Leitungen, die im Werk mittels eines Roboters eingebracht werden.

Förderung einer nachhaltigen Urbanisierung

Durch eine fortschreitende Robotisierung in der Produktion gewinnt die industrielle Vorfertigung von Bauteilen weiter an Bedeutung. Das hat wiederum direkte Auswirkungen auf das urbane Bauen. Durch einen höheren Grad an Vorfertigung werden baubedingte Belastungen verringert – so entstehen rund um Baustellen im städtischen Raum weniger Lärm, Schmutz oder Verkehrsbehinderungen. Die thermische Bauteilaktivierung fürs Heizen und Kühlen von Räumen trägt zusätzlich zu einem nachhaltigen Wohnen bei.

Fotos: STRABAG

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