Holzbeton hat viele Vorteile: Der Werkstoff ist leicht und kompakt im Transport, in der Fertigteilbauweise einfach und schnell zu verarbeiten, kälte- und wärmedämmend, schallisolierend und langlebig. Zudem sind alle Bestandteile regional erhältlich. Ist Holzbeton also die „eierlegende Wollmilchsau“ der modernen Baubranche?

Die Ursprünge von Holzbeton gehen auf die Zeit der allgemeinen Rohstoffknappheit nach der Weltwirtschaftskrise zurück: Für die Altbausanierung entwickelte man ein Holz-Beton-Verbundsystem, das leichter als Stahlbeton sowie mit einem geringeren Anteil des knappen Rohstoffs Zement auskommen sollte. Die Grundzutaten waren denkbar einfach und haben sich bis heute kaum verändert: Holzspäne als Abfallprodukt der Holzindustrie, Zement als Bindemittel, Mineralstoffe und Wasser. Daraus werden Mantelsteine oder Platten nach Bedarf geformt.

 

 

 

 

 

 

 

Massive Bauten mit Leichtigkeit

Spätestens auf der Baustelle wird ein entscheidender Pluspunkt von Holzbeton deutlich: sein geringes Gewicht. Bausteine, Fertigteilmodule sowie Platten aus dem Verbundwerkstoff sind einfach und effizient im Transport und lassen sich schnell und mit geringem Aufwand versetzen. Das verkleinert den ökologischen Fußabdruck der Baustelle – und senkt die Baukosten. Ein weiterer Vorteil: Die Wärmedämmung ist je nach Produkt bereits in den Bauteilen integriert und muss nicht nachträglich aufgebracht werden. Das bringt eine erhebliche Zeitersparnis und macht den Bau noch kosteneffizienter. Ein weiterer Kostenvorteil: Selbst in der kalten Jahreszeit trocknet das Bauwerk schnell und zuverlässig aus.

Vorteile bei Raumklima und Schallschutz

Holz hat als Baustoff zwar bekanntlich auch Nachteile, jedoch in der Verbindung mit Beton kumulieren sich die positiven Eigenschaften beider und schaffen ideale Raumbedingungen: Der Holzanteil dämmt das Gebäude nach außen, der Betonkern speichert im Winter Wärme und bringt im Sommer Kühlung. So entsteht ganzjährig ein atmungsaktives gleichbleibendes Raumklima. Dadurch, dass die Holzmantelbausysteme beim Errichten einer Wand ohne Mörtel oder Kleber geschlichtet und mit Beton verfüllt werden, setzen die Elemente fugenlos aufeinander auf. Dies vermeidet die Entstehung von Wärmebrücken.

Da Wände aus Holzbeton sich nicht nur durch Wärmedämmung auszeichnen, sondern (sogar schon im unverputzten Zustand) den Schall hervorragend absorbieren, eignen sie sich über ihren Anwendungsbereich im Wohnhaus- und Gewerbeimmobilienbau hinaus auch als schalldämmende Wände in Industrie- und Werkstattbauten – eine Wohltat für lärmgeplagte Anrainer und ein positiver Beitrag gegen die „akustische Umweltverschmutzung“.

 

Lärm ist nicht nur einer der unangenehmsten, sondern auch ein ausgesprochen gesundheitsgefährdender Umweltfaktor geworden. Der in Kooperation von VÖB, Cooperative Leichtbeton und Arge Bau!Massiv! aufgelegte Schallschutzfolder zeigt eindrucksvoll, wie Betonbauteile effizient vor ungewünschtem Lärm schützen.


Vorzeige-Ökobilanz

Aufgrund seiner natürlichen und regionalen Bestandteile ist Holzbeton ein besonders nachhaltiger Werkstoff. Wie alle Massivbaustoffe zeichnet er sich durch eine lange Lebensdauer im Einklang mit dem Anspruch an Kosten- und Energieeffizienz, ökologische Verträglichkeit, Robustheit und Wohnkomfort aus. Insbesondere hinsichtlich der laufenden Kosten zeigt sich das gesamte Einsparungspotential der Holzbetonbauweise: Energie-, Wartungs- und Instandhaltungskosten bleiben langfristig auf einem niedrigen Niveau. Nicht umsonst werden aus Holzbeton häufig Niedrigstenergie- oder Passivhäuser mit einer sehr guten Ökobilanz errichtet. Zudem gilt Holzbeton als äußerst brand-, frost- und witterungsbeständig und eignet sich daher sogar als Baustoff für Lärmschutzwände entlang von Verkehrswegen.

Am Ende des Lebenszyklus lassen sich die Beton- und Holzbestandteile der Systeme wieder trennen und sie können entweder vermischt oder getrennt einer Wiederverwertung zugeführt werden, sodass sie nicht aufwändig deponiert werden müssen. Der VÖB Arbeitskreis Holzbeton hat Ende 2017 eine Richtlinie zum Recycling von Holzbeton Wandsystemen veröffentlicht, die hier eingesehen werden kann.

Positive Zukunftsaussichten

Sowohl für Bauherren als auch für die Baubranche bietet Holzbeton ein interessantes Spektrum an Möglichkeiten, nachhaltig und effizient Gebäude für die kommenden Generationen zu errichten. Insbesondere hinsichtlich energetischer und kostentechnischer Gesichtspunkte wird eine nachhaltige Bauweise mit Holzbetonsystemen immer attraktiver und wird auch langfristig die Zukunft der Branche mit gestalten.

 

Links für weiterführende Informationen:
VÖB PG 8
Durisol
Isospan
Rieder
Thermospan
Velox
www.holzbeton.at